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Radwanderung
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Flensburg-Rudbøl

Auf dem R8 in Dänemark

Auf dem R8 in Dänemark

2008-05-20, Dienstag
Flensburg-Rudbøl

Es war ein bedeckter Himmel, unter dem wir an diesem Morgen Richtung Dänemark starteten. Da wir zuvor den Einkauf von Tagesproviant in einem Lebensmittelmarkt nahe der Jugendherberge erledigt hatten war es schon 10.00 Uhr, als wir in die Stadt rollten und dann dem Radweg mit dem Hinweisschild nach Kruså folgten. Von dort hatten wir die Möglichkeit der dänischen Nationalroute R8 zu folgen oder der "Grenzroute", die im Zick-Zack-Verlauf immer wieder die Grenze zwischen Deutschland und Dänemark kreuzte, dafür aber dann auch die doppelte Wegstrecke erforderte. Auch der Nord-Ostsee-Radweg kam für unsere Fahrtroute in Frage, wobei alle drei Routen auf Teilstrecken eine gemeinsame Routenführung aufwiesen.

"Kagmanden" in Tønder

"Kagmanden" in Tønder

Wir hatten uns vorab für den dänischen R8 entschieden, vor allem aber machten wir die Wahl der Strecke von der Wegweisung abhängig, die wir an der Grenze antreffen würden. Da wir dort gleich auf Schilder des R8 trafen folgten wir der so ausgeschilderten Route. Die wenigen Kilometer bis Padborg verlief der Radweg neben der relativ verkehrsreichen Autostraße, dann aber war es mit dem Autoverkehr vorbei. Die Route führte zwar fast nur entlang von Autostraßen und war selten durch eine Markierung oder besonderen Radweg von der Straße abgesetzt, doch Autoverkehr war so gut wie nicht vorhanden. So verlief die Route, zwei kurze Teilstücke ausgenommen, immer auf Asphaltstraßen und war dazu auch immer so gut gekennzeichnet, dass keine Orientierung anhand einer Karte notwendig war. Damit war die Strecke sehr bequem zu fahren, es fehlte aber auch jegliche Abwechslung. Solche boten nur die wenigen kurzen Ortsdurchfahrten und die nicht asphaltierten Streckenteile - sonst ging es scheinbar endlos geradeaus, zu beiden Seiten eintönige Felder bis zum Horizont und nur hin und wieder ein einsamer Hof am Straßenrand. Dazu blies der Wind ziemlich kräftig und wir freuten uns über jeden Richtungswechsel der Straße, der die doch sehr eintönige Strecke unterbrach.

Schon um 13.30 Uhr hatten wir Tønder erreicht und damit den weitaus größten Teil unserer Tagesstrecke zurückgelegt. Der Ort schien ein beliebtes Ausflugsziel zu sein, denn in der idyllischen kleinen Stadt herrschte reger Besucherverkehr. Wir machten einen kurzen Rundgang und suchten uns dann einen sonnigen Platz in einem Café auf dem Marktplatz aus. Der Wind hatte mittlerweile die am Morgen noch ziemlich dichte Wolkendecke vertrieben und so konnten wir in der warmen Sonne unsere Beine ausstrecken und eine ausgiebige Kaffee- und Kuchenpause halten.

Mehr als eine Stunde später erst brachen wir auf, um die wenigen Restkilometer nach Rudbøl hinter uns zu bringen. Die Fahrt führte über Møgeltønder, das als das schönste aller dänischen Dörfer bezeichnet wird. Ganz sicher sind die Häuser und Wege dort ausnehmend idyllisch, als Radfahrer blieben uns aber vor allem die mit Kieseln gepflasterten Straßen und Gehwege in Erinnerung. Gleich darauf aber hatten wir auch das halbe Dutzend Häuser erreicht, von denen die Gemeinde Rudbøl gebildet wird und wo wir um 16.00 Uhr die Jugendherberge erreichten.

Jugenherberge in Rudbøl

Jugenherberge in Rudbøl

Wir konnten trotz der frühen Nachmittagsstunde gleich unser Zweibettzimmer beziehen, uns duschen und umziehen. Allerdings hatten wir es an diesem Tag überhaupt nicht eilig, denn ringsum war nichts, das uns als Ziel eines Spaziergangs erschien. Nach 71 km bei meist kalt wehendem Wind, genossen wir einige Zeit die Wärme, Stille und Ruhe in dieser Abgeschiedenheit. Dann aber machten wir uns doch zu einem kurzen Spaziergang auf, der uns nach ca. 200 m über die Grenze nach Deutschland brachte. Wir hatten nicht damit gerechnet so nah der Grenze zu sein und waren überrascht, als wir das kleine und verlassene ehemalige Grenzgebäude sahen und ein deutsches Ortsschild mit dem Gemeindenamen "Rosenkranz". Das Beste an diesem Grenzübergang aber war die unmittelbar am Übergang befindliche Gaststätte "Alter deutscher Grenzkrug". Damit waren unsere Abendessen gesichert, ohne die dänischen Preise zahlen zu müssen, die wir beim Mittagskaffee in Tønder schon kennengelernt hatten. Und auch Dänen gaben ihr Geld anscheinend lieber in der deutschen Gaststätte aus, statt in die dänische Gastronomie zu investieren. Jedenfalls waren wir die einzigen Deutschen unter den Gästen, die in der Gaststätte zu Abend aßen. Ein Abendessen, das sich allerdings nicht nur wegen des günstigeren Preises lohnte, sondern auch reichlich und ausgezeichnet war. Nachdem wir Hunger und Durst gestillt hatten ging es wieder zurück ins Ausland, zu unserer Jugendherberge in dänische Rudbøl.