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Radtour neue Bundesländer

Milow-Berlin

Foto, auf dem Havellandradweg

Auf dem Havellandradweg

2005-05-08, Sonntag
Milow-Berlin

Foto, Joachim bei der Schlauchreparatur

Joachim bei der Schlauchreparatur

Als nächsten Übernachtungsort nach Milow hatten wir ursprünglich die Jugendherberge in Berlin-Wannsee vorgesehen und entsprechend die Fahrtstrecke über Brandenburg nach Berlin geplant. Allerdings gab es keine durchgängige Radwegverbindung zwischen Milow und Brandenburg, was mir bei der über 120 km langen Tagesetappe nicht besonders gefallen hatte. Dann aber hatte sich ergeben, dass die Jugendherberge Wannsee belegt war und wir in die im Bezirk Tiergarten gelegene Jugendherberge International ausweichen mussten. Damit war ein wesentlicher Grund für die Strecke über Brandenburg entfallen und ich hatte Joachim vorgeschlagen, von Milow nach Rathenow und von dort entlang des Havellandradwegs nach Berlin zu fahren. Beide hofften wir, auf einer solchen Radwanderroute eine eindeutig ausgeschilderte und Radfahrer freundliche Strecke zu finden und so hatten wir uns am Vorabend endgültig entschlossen, den Havellandradweg zwischen Rathenow und Berlin zu benutzen. Um es vorwegzunehmen: Tatsächlich wurden unsere Erwartungen an die Strecke vollständig erfüllt.

So ging unsere Fahrtrichtung an diesem Morgen beim Start um 09.00 Uhr in Richtung Norden, nach Rathenow. Der Himmel war wieder bedeckt und die Temperatur hätte auch einige Grad höher sein können. Da mir die Länge der Strecke ein wenig im Magen lag, wollte ich möglichst schnell einige Kilometer hinter mich bringen und trat kräftig in die Pedalen; normalerweise ist Joachim immer weit vor mir. Allzu lange brauchte ich das Tempo aber nicht zu halten, da ließ mich ein Ruf anhalten. Der am Vortag geflickte Hinterreifen, der Joachim samt Gepäck noch problemlos nach Milow getragen hatte, schien heute die Luft nicht mehr zu halten, so dass nichts anderes übrig blieb, als erst einmal wieder den Schlauch aufzupumpen. Diese Prozedur führten wir noch zweimal durch, dann war aber eindeutig klar, dass der Schlauch wieder defekt war. Inzwischen war Rathenow erreicht und es blieb nichts anderes übrig, als uns auf die Suche nach dem Schaden zu machen.

Foto, auf dem Havellandradweg

Auf solchen Strecken macht Rad fahren Spaß

Tatsächlich entdeckten wir auch nahe der Reparaturstelle vom Vortag erneut eine schadhafte Stelle im Schlauch. Als Joachim nach dem flicken des Schlauchs die Reifendecke genauer untersuchte, spürte er auf der auf der Innenseite einen winzigen Fremdkörper. Mit einiger Mühe konnten wir einen kaum sichtbaren Glassplitter aus der Reifendecke entfernen. Dieser Splitter war die Ursache schon der gestrigen Panne gewesen, aber bei der Reparatur nicht bemerkt worden.

Die Reparatur hatte wieder eine Stunde gekostet, aber mit dem guten Gefühl den Verursacher der Panne beseitigt zu haben, ging es dann weiter. Wir hatten in Rathenow auch gleich die Beschilderung des Havellandradwegs gefunden und waren somit wieder voller Optimismus.

Auch unsere Hoffnungen bezüglich Beschilderung und Ausbau des Radwegs wurden voll erfüllt. Teilweise waren es echte Fahrradstraßen über die wir rollten und immer Wege mit ordentlichem Belag, auf dem sich komfortabel die Strecke befahren ließ. Die Route berührte nur wenige kleine Ansiedlungen, darunter Ribbeck - wo der Birnbaum des Herrn von Ribbeck allerdings bereits 1911 nach einem Sturm durch einen neu gepflanzten Baum ersetzt worden war - und erst in Nauen verließen wir den Radweg für einen Abstecher in die Stadt und eine ausgiebige Kaffeepause.

Foto, Abendankunft an der Siegessäule

Endlich Berlin-Mitte und nicht
mehr weit zur Jugendherberge

Den ganzen Tag über waren wieder Wolken über den Himmel gezogen und es hatte manches Mal auch nach einem kräftigen Regenschauer ausgesehen. Aber auch die Sonne stach immer wieder einmal zwischen den Wolken hervor, was bei dem kalten Wind immer eine Wohltat war. Je weiter wir aber auf Berlin zurollten, desto schwärzer und bedrohlicher ballten sich die Wolken zusammen. wenige Kilometer vor Schönwalde befanden wir uns im freien Gelände, als es richtig dunkel wurde und wir den Regen schon riechen konnten. Wir legten ein kräftiges Tempo vor, um noch rechtzeitig einen Unterschlupf zu erreichen. Tatsächlich hatten wir auch das Glück, die erste überdachte Bushaltestelle zu erreichen als der Regenguss niederging.

Der Schauer dauerte aber nur eine gute Viertelstunde, dann ging es durch die vom Regen frisch gereinigte Luft weiter, bis zum Ortsende von Schönwalde und dem Beginn des Berliner Mauer-Radwegs. Hier hatten wir gegen 18.00 Uhr 100 km unserer Tagesstrecke zurückgelegt.

Von dort aus suchten wir uns über Spandau und Charlottenburg nun den Weg nach Berlin Mitte, zur Jugendherberge International in der Nähe des Potsdamer Platzes. Ab Schönwalde war das nochmals eine Strecke von 27 km und wir benötigten 2 Stunden bis dorthin. Immer wieder anhalten, Stadtplan zu Rate ziehen und Passanten befragen, trotzdem zweimal in die falsche Richtung abbiegen - die Durchfahrung Berlins kostete Zeit und Nerven.

Echte Entspannung war dann aber leider auch in der Jugendherberge nicht angesagt. In dem zugewiesenen Vierbettzimmer (zwei Hochbetten) waren bereits zwei Betten belegt und vor allem waren außer vier schmalen Spinden weder Tisch noch Stuhl noch Platz vorhanden. Wenn einer im Zimmer stand, mussten die übrigen im Bett liegen. Kein Wunder also, dass wir uns unmittelbar nach dem Duschen aufmachten und ein Lokal suchten, um wenigstens in Ruhe einem Abendessen zu widmen. Nach einigem Suchen fanden wir ein griechisches Restaurant in der Nähe, wo uns ein hervorragendes Abendessen dann doch noch zu einem angenehmen Abschluss dieses Tages verhalf.